Wofür diese Checkliste gedacht ist
Diese Checkliste begleitet den Umbau einer bestehenden Website: neues Design, neue Seitenstruktur, ein anderes System oder geänderte Seitenadressen. Sie ordnet die Arbeit in fünf Phasen und enthält eine Vorlage, mit der Sie alte und neue Adressen nachvollziehbar zuordnen. Für die Planung einer ersten Website ist die Checkliste für Ihr Website-Briefing der passendere Start; was ein Relaunch grundsätzlich umfasst, erklärt der Glossarbegriff Website-Relaunch.
Eine Checkliste verhindert keine Bewegungen in der Suche. Google weist darauf hin, dass sich die Sichtbarkeit während eines Umzugs vorübergehend verändern kann und sich danach wieder einpendelt Quelle 1 . Sie sorgt aber dafür, dass keine wichtige Seite, kein Formular und kein eingehender Verweis unbemerkt verloren geht.
Phase 1: Vor dem Umbau den Bestand sichern
Bevor etwas gestaltet oder verschoben wird, halten Sie fest, was heute funktioniert:
- Alle Seitenadressen sammeln. Nutzen Sie die bestehende Sitemap, das Redaktionssystem, die Navigation und die Seiten mit Impressionen in der Search Console. Google empfiehlt, mit den wichtigsten Adressen zu beginnen Quelle 1 .
- Einen Ausgangswert notieren. Halten Sie für wichtige Seiten Impressionen, Klicks und häufige Suchanfragen aus der Search Console fest, dazu die Zahl der Anfragen über Formulare. Notieren Sie den Zeitraum, damit Sie später denselben Zeitraum vergleichen können.
- Verweise von außen erfassen. Dazu gehören Links anderer Websites, das Google-Unternehmensprofil, Social-Media-Profile, Branchenverzeichnisse und gedruckte Materialien mit Link oder QR-Code.
- Funktionen und Zugänge auflisten. Welche Formulare, Buchungen und eingebundenen Dienste gibt es? Wer hat Zugriff auf Domain, DNS, E-Mail-Postfächer und Hosting?
- Inhalte bewerten. Legen Sie für jede Seite fest, ob sie bleibt, überarbeitet, mit einer anderen zusammengeführt wird oder entfällt.
- Pflichtangaben sammeln. Impressum, Datenschutzhinweise und eingebundene Dienste gehören auf die Liste. Die inhaltliche Freigabe bleibt beim verantwortlichen Unternehmen.
Phase 2: Alte und neue Adressen zuordnen
Jede relevante alte Adresse erhält ein fachlich passendes Ziel oder bleibt unverändert bestehen. Für dauerhafte Umzüge nennt Google serverseitige Weiterleitungen mit den Statuscodes 301 oder 308 als bevorzugten Weg Quelle 2 . Vermeiden Sie Ketten aus mehreren Weiterleitungen und leiten Sie nicht viele alte Adressen auf eine einzelne Seite ohne inhaltlichen Bezug um Quelle 1 . Die Weiterleitungen sollten möglichst lange bestehen bleiben, nach Googles Empfehlung in der Regel mindestens ein Jahr Quelle 1 .
Arbeitsvorlage für die Adresszuordnung
Die folgende Tabelle zeigt die Vorlage an fünf frei erfundenen Seiten eines Reinigungsbetriebs. Übertragen Sie die Spalten in eine eigene Tabelle und ergänzen Sie zwei Spalten für Zuständigkeit und Status:
| Alte Adresse | Neue Adresse | Entscheidung | Vor dem Start prüfen | Nach dem Start prüfen |
|---|---|---|---|---|
/leistungen.html
|
/leistungen
|
Inhalt bleibt, Adresse ohne Dateiendung | Weiterleitung 301 in einem Schritt | Neue Adresse im URL-Prüftool indexierbar |
/fensterreinigung
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/leistungen/glasreinigung
|
Überarbeitet, mit /schaufenster zusammengeführt |
Ziel beantwortet dieselbe Frage | Suchanfragen landen auf der neuen Seite |
/schaufenster
|
/leistungen/glasreinigung
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Zusammengeführt | Direkte Weiterleitung ohne Kette | Weiterleitung bleibt einstufig |
/aktuelles/sommerfest-2019
|
entfällt | Kein Nachfolger | Antwort 404 oder 410, intern nicht mehr verlinkt | Nicht in der neuen Sitemap |
/kontakt.php
|
/kontakt
|
Neues Formular | Testanfrage kommt im Postfach an | Anfragen gehen weiterhin ein |
So nutzen Sie die Vorlage:
- Tragen Sie jede alte Adresse aus Phase 1 in eine eigene Zeile ein, auch Seiten mit Parametern und verlinkte PDF-Dateien.
- Begründen Sie jede Entscheidung kurz. Das hilft, wenn später jemand fragt, warum eine Seite entfallen ist.
- Eine Seite ohne passenden Nachfolger darf entfallen. Eine Sammelweiterleitung auf die Startseite ist kein Ersatz für ein fachlich passendes Ziel.
- Behalten Sie die fertige Tabelle als Dokumentation des Umzugs.
Phase 3: In der Testumgebung prüfen
Prüfen Sie die neue Website, bevor sie die alte ersetzt. Betreiben Sie die Testumgebung mit Zugangsschutz, damit sie nicht öffentlich auffindbar ist.
- Weiterleitungen: Jede Zeile der Vorlage aufrufen. Die Weiterleitung führt in einem Schritt und mit dauerhaftem Statuscode zum vorgesehenen Ziel.
- Interne Links: Menüs und Texte verweisen direkt auf die neuen Adressen und nicht über Weiterleitungen Quelle 1 .
- Seitenangaben: Jede Seite hat einen Titel, eine Beschreibung, eine Hauptüberschrift und einen auf sich selbst verweisenden Canonical Quelle 1 .
- Sitemap: Die neue XML-Sitemap enthält nur die neuen, erreichbaren Adressen Quelle 3 .
- Formulare: Aus jedem Formular geht eine Testanfrage bis in das richtige Postfach. Fehlermeldungen und Pflichtfelder sind verständlich. Einen ausführlichen Testplan enthält der Ratgeber Kontaktformular testen.
- Buchungen und Schnittstellen: Eine Testbuchung erscheint im Kalender, Bestätigungen kommen an, verbundene Programme erhalten die Daten.
- Darstellung und Bedienung: Die wichtigsten Seiten sind auf festgelegten Smartphone- und Desktop-Größen geprüft und lassen sich mit der Tastatur bedienen.
- Einwilligung und Messung: Einwilligungsabfrage und Analyse verhalten sich wie vorgesehen; ohne Einwilligung wird nicht gemessen.
Wie das in einem echten Projekt aussieht, zeigt der Relaunch für SAP Gebäudereinigung: Dort gehörten ein Testversand des Kontaktformulars und die Prüfung festgelegter Bildschirmgrößen zum Umfang.
Phase 4: Der Tag des Livegangs
- Zeitpunkt wählen. Stellen Sie um, wenn Anfragen erfahrungsgemäß ruhiger eingehen und jemand für Korrekturen erreichbar ist.
- Weiterleitungen aktivieren. Prüfen Sie direkt danach eine Stichprobe der wichtigsten alten Adressen.
- Sperren der Testumgebung entfernen. Ein vergessener Zugangsschutz, eine blockierende robots.txt oder ein noindex-Hinweis darf nicht auf die Live-Website gelangen.
- Sitemap einreichen. Reichen Sie die neue Sitemap in der Search Console ein Quelle 3 . Die alte Sitemap kann entfernt werden, sobald Google die neue verwendet Quelle 1 .
- Live-Formular testen. Senden Sie eine echte Testanfrage über die veröffentlichte Website.
- Verweise außerhalb der Website aktualisieren. Google-Unternehmensprofil, Social-Media-Profile, Verzeichniseinträge und E-Mail-Signaturen zeigen auf die neuen Adressen.
Phase 5: Nachkontrolle in den Wochen danach
- Fehlerberichte prüfen: Die Search Console zeigt, welche Adressen nicht gefunden werden oder nicht indexiert sind. Mit dem URL-Prüftool sehen Sie den Status einzelner wichtiger Seiten; eine beantragte Indexierung ist keine Garantie für die Aufnahme Quelle 4 .
- Mit dem Ausgangswert vergleichen: Nutzen Sie denselben Zeitraum und dieselben Filter wie in Phase 1. Vorübergehende Schwankungen sind während eines Umzugs normal Quelle 1 .
- Anfragen beobachten: Kommen Formularanfragen und Buchungen weiterhin wie gewohnt an? Ein Rückgang kann auch an einem technischen Fehler liegen.
- Weiterleitungen behalten: Entfernen Sie sie nicht nach wenigen Wochen, sondern frühestens nach dem empfohlenen Zeitraum Quelle 1 .
- Offene Punkte abschließen: Arbeiten Sie die Liste ab und halten Sie fest, was geändert wurde.
Typische Fehler bei einem Relaunch
| Fehler | Folge | Besser |
|---|---|---|
| Alle alten Adressen auf die Startseite leiten | Besucher finden die gesuchte Information nicht | Jede Adresse einem fachlich passenden Ziel zuordnen |
| Weiterleitungsketten | Umwege und schwerer nachvollziehbare Zuordnung | Direkt auf das endgültige Ziel weiterleiten |
| Sperren der Testumgebung veröffentlicht | Neue Seiten sind nicht erreichbar oder nicht indexierbar | Zugangsschutz und noindex beim Livegang gezielt prüfen |
| Formular nur optisch geprüft | Anfragen gehen unbemerkt verloren | Testanfrage bis in das Postfach verfolgen |
| Kein Ausgangswert notiert | Veränderungen lassen sich nicht einordnen | Zeitraum und Werte vor dem Umbau festhalten |
Wenn Sie den Umbau nicht allein planen möchten
Bestandsaufnahme, Adresszuordnung und Tests gehören bei uns zu jedem Relaunch-Projekt. Wie wir dabei vorgehen, beschreibt die Seite Bestehende Website überarbeiten lassen. Für die Budgetplanung hilft der Ratgeber zu Kosten und Leistungsumfang einer Firmenwebsite.
Häufige Fragen
Wie lange sollten Weiterleitungen nach einem Relaunch bestehen bleiben?
Google empfiehlt, Weiterleitungen möglichst lange beizubehalten, in der Regel mindestens ein Jahr. Solange alte Adressen noch Besucher oder Verweise erhalten, ist ein längerer Zeitraum sinnvoll.
Verliere ich durch einen Relaunch meine Google-Platzierungen?
Das lässt sich nicht pauschal zusagen. Während eines Umzugs können sich Positionen vorübergehend verändern. Eine vollständige Adresszuordnung, passende Inhalte und die Nachkontrolle verringern das Risiko, dass wichtige Seiten verloren gehen.
Muss jede alte Seite weitergeleitet werden?
Nein. Seiten mit einer fachlich passenden neuen Entsprechung werden dauerhaft weitergeleitet. Inhalte ohne Nachfolger dürfen entfallen und mit 404 oder 410 antworten. Eine Sammelweiterleitung auf die Startseite ist kein Ersatz.
Wann ist die Checkliste abgeschlossen?
Wenn jede Zeile der Adresstabelle geprüft ist, Formulare und Buchungen auf der veröffentlichten Website funktionieren und der Vergleich mit dem Ausgangswert über einen gleich langen Zeitraum dokumentiert ist.